Smith, Neufeld, Jodoin LLPContact Us to Advertise on this SiteContact Us to Advertise on this Site

Um diese Ausgabe lesen zu können, klicken Sie hier.

Sie brauchen Adobe Acroboat Reader, um die Datei lesen zu können.



This publication is distributed by:

Rechtsberatung

Was ist eine vollmacht und aus welchem grund brauche ich eine?

Von Edwin Klassen

1. September 2007

Edwin KlassenEs wird sehr vielen immer mehr bewusst, welche praktischen und rechtlichen Vorteile die “Vollmacht” mit sich bringt. Als kurze Definition könnte man sagen, dass die Vollmacht ein Dokument ist, welches von dem Vertretenen (Donor) unterzeichnet wird und dem Vertreter (Donee) erlaubt “in den Schuhen des Vertretenen zu stehen”. Kurz gesagt, der Vertreter kann alles machen, was durch die Vollmacht genehmigt wird. Allgemeine Beispiele für Bevollmächtigungen in einer Vollmacht wären die Entscheidung zur Abwicklung von Bankgeschäften, die Unterzeichnung von Verträgen und Vereinbarungen, die Unterzeichnung von Überschreibungen von Ländereien und Hypotheken, sowie die Beilegung von Streitigkeiten.

Es gibt zwei grundlegende Vollmachten. Zum einen die unbeschränkte Generalvollmacht (“Enduring Power of Attorney”) und zum anderen die beschränkte Genaralvollmacht (“Springing Power of Attorney”).

Springing Power of Attorney
(beschränkte Generalvollmacht)

Die Springing Power of Attorney ist ein Dokument, welches soweit hin beschränkt wird, dass es nur im Falle von der Unzurechnungsfähigkeit des Vertretenen angewendet werden kann. Zum Beispiel wenn Herr Jones seinem Sohn, Joe, eine Springing Power of Attorney erteilt, kann diese nur verwendet werden, nachdem Herr Jones seine Zurechnungsfähigkeit verloren hat. Die Springing Power of Attorney hat den praktischen Vorteil, dass sich der Vertretene damit zufrieden geben kann, dass er bereits einen Vertreter, dem er vertraut, für den Fall der Unzurechnungsfähigkeit festgelegt hat. Am wichtigsten wäre jedoch, dass der Vertretene mit der Springing Power of Attorney sicher stellen kann, dass niemand Rechtsgeschäfte in seinem Namen abwickeln kann, bevor die Unzurechnungsfähigkeit auftritt.

Enduring Power of Attorney
(unbeschränkte Generalvollmacht)

Die Enduring Power of Attorney trifft mit der Unterzeichnung durch den Vertretenen in Kraft. Ganz im Gegensatz zu der Springing Power of Attorney, welche beim Auftritt der Unzurechnungsfähigkeit des Vertretenen in Kraft tritt, damit dessen Angelegenheiten erledigt werden können. Falls zum Beispiel Herr Jones diese Vollmacht unterzeichnet und damit wiederrum seinem Sohn, Joe, die Bevollmächtigung erteilen würde, kann Joe als Vertreter die Vollmacht umgehend anwenden um die Bevollmächtigungen, die in der Vollmacht geregelt werden, im Namen seines Vaters auszuführen. Die Bevollmächtigungen können, wie bei allen Vollmachten, entweder umfangreich oder beschränkt sein. Vor allem kann die Enduring Power of Attorney aussagen, ob die Vollmacht mit der Unzurechnungfähigkeit weiterhin als gültig angesehen oder für nichtig erklärt werden soll.

Einer der Vorteile einer Enduring Power of Attorney ist die Tatsache, dass sich die bevollmächtigte Person umgehend um Rechtsgeschäfte des Vertretenen kümmern kann. Diese Vollmacht kann jedoch auch große Risiken mit sich bringen. Zum Beispiel kann der Vertreter die Vollmacht unbefugt zu seinem eigenen Vorteil nutzen, anstatt die Interessen des Vertretenen zu vertreten. Diese Vollmacht sollte dementsprechend nur an Personen erteilt werden, in die sie komplette Zuversicht haben. Sie sollten sogar mehr als einen Vertreter festlegen, um das Risiko des Mißbrauchs zu veringern.

Es hängt jedoch ganz von den Umständen des einzelnen Vertretenen ab, welche der beiden Vollmachten gewählt werden soll.  Sehr oft ist es so, dass ältere Vollmachtsaussteller die Enduring Power of Attorney wählen, und jüngere die Springing Power of Attorney. Es ist ausserdem wichtig, dass ihnen bewusst ist, dass beide Vollmachten als nichtig erklärt werden können, solange er Vertretene zurechnungsfähig ist. Dies ist eine sehr wichtige Absicherung.

Für alle Vollmachten gibt es im allgemeinen zwei Hauptvorteile. Zum Einen umgehen die Familien damit die Kosten, welche die Beantragung einer Erwählung eines Vertreters (Committeeship) für die unzurechnungsfähige Person, mit sich bringt. Dieser Antrag kann Kosten in Höhe von $2,000.00 bis zu $3,000.00 mit sich bringen. Desweiteren würden jährliche Kosten in Höhe von von $1,500.00 bis zu $2,000.00 anfallen, da ein jährlicher Bericht an das Gericht erforderlich ist. Zum Anderen gibt es ihnen, dem Vollmachtsausstellenden, die Möglichkeit einen Vertreter, den sie am besten für diese Aufgabe erachten, auszuwählen, anstatt sich dahingehend auf den Richter zu verlassen.

 

Edwin Klassen ist ein Anwalt in der Kanzlei Smith Neufeld Jodoin LLP, mit einer Hauptfiliale in Steinbach, sowie mit einer Zahl von Nebenfilialen, inklusive Carman and Winkler. Sie können Edwin Klassen unter der Nummer (204) 346-5118 oder unter der E-mail Andresse eklassen@snj.mb.ca kontaktieren.