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Alt Werden

Mit Unserem Ganzen Leben Hinter Uns

von Abram Loewen

Adele schrieb im Kanadischen Stern im Dezember 2006 dass einwandern keine einfache Sache sei. Aber wenn man dann die Entscheidung gemacht hatte, sollte man für drei Jahre nicht zurück schauen. Sofern sind wir noch nur anderthalb Jahre hier und daher werde ich nicht zurück schauen, sondern einfach nur etwas über das "Alt Werden " schreiben. Also, es geht in diesem Bericht nicht darum ob es eine gute oder schlechte Entscheidung war, dass wir nach Kanada gekommen sind, sondern einfach nur darum "mit frohem Herzen alt zu werden".

Ich habe mein Leben Gott übergeben und wurde auf das Bekenntnis meines Glaubens getauft. Ich glaube ganz fest dass Jesus am Kreuz für meine Sünden gestorben ist und das Gottes Geist in mir arbeitet und mir zeigt was ich tun soll. Wenn ich erst Klarheit hatte, was ich tun sollte, dann habe ich nicht mehr gezweifelt und gefragt ob es mir gut oder schlecht geht.
Ich kam mit zehn Jahren mit meinen Eltern von Orenburg Russland nach Paraguay wo ich 75 Jahre lebte. Wir lebten 37 Jahre in Fernheim, Chaco, Paraguay und 38 Jahre in Ost Paraguay in der Colonie Sommerfeld.

Ich würde gerne etwas von den Erlebnissen aus dieser Zeit schreiben.
Wo ich 46 Jahre alt war, zogen wir nach der Colonie Sommerfeld, wo wir eine Ziegelei aufbauten. Wir fingen ganz von vorne an und fingen an Schulen für die Einheimischen in Ostparaguay zu bauen. Meine Frau fing mit einem Patenprogram für die Schüler an damit die Einheimischen Kinder zur Schule gehen konnten. Wir hatten gute und erfahrungsreiche Jahre, die uns viel Segen und Erfahrungen gebracht haben.

Wo ich dann einmal ins Krankenhaus musste, wurde mir gesagt, dass ich alt wäre und nicht mehr so arbeiten sollte. Und ich war ja auch schon 80 Jahre alt.

Wo wir dann nach Kanada kamen, haben unsere Enkel uns eine Wohnung im Cedar Estate vorbereitet. Viele von den älteren Leuten hier sprechen Deutsch und wir konnten beobachten, wie die alten Leute in Kanada leben. Einige von den Leuten arbeiten im MCC Laden, wo man gebrauchte Sachen sortiert, reinigt und verkauft. Manche nähen Decken usw. Immerhin, es gibt auch noch für alte Leute etwas zu tun.

Ich fand ein Gedicht in meinen Papieren, welches das Alt Werden besser ausdrückt wie ich es kann. Vielleicht sagt es auch Ihnen etwas.

Was ist die groesste Kunst auf Erden?
Mit frohem Herzen alt zu werden.
Zu ruhen, wo man schaffen möchte, zu schweigen wo man ist im Rechte,
Zu hoffen, wo man am Verzagen, gehorsam still sein Kreuz zu tragen.
Und neidlos andere zu sehen, die rüstig Gottes Wege gehn.
Die Hände in den Schoss zu legen und sich in Ruhe lassen pflegen.
Und, wo man sonst gern hilfreich war, sich nun in Demut machen
Dass uns die Schwachheit überkommen,
Wir nichts mehr sind zu andrer Frommen
Und dabei still und freundlcih doch zu gehn im gottgesandten Joch
Was kann uns diesen Frieden geben?
Wenn wir des festen Glaubens leben
Dass solche Last, von Gott gesandt, uns bilden soll fürs Heimatland.
Ein letzter Schliff fürs alte Herz, zu lösen uns von allem Schmerz
Und von den Banden dieser Welt, die uns so fest umfangen hält.
Die Kunst lernt keiner völlig aus.
Drum gibt's noch manchen harten Strauss.
In alten Tagen durchzukämpfen, bis wir des Herzens Unruh dämpfen
Und willig uns ergeben drein, in stiller Demut nichts zu sein.
Dann hat uns Gott nach Gnadenart die beste Arbeit augespart.
Kannst Du nicht regen mehr die Hände, kannst Du sie falten ohne Ende
Herabzuflehn lauter Himmelssegen auf all die Deinen allerwegen.
Und ist die Arbeit auch getan und naht die letzte Stund heran
Von oben eine Stimme spricht:
"Komm, Du bist Mein, ich lass Dich nicht."'