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Ein Teil vom Ganzen...Bau!

Von Will Steiger

Noch Ein Haus BauenGelegentlich nehme ich mir Zeit, meine Bekannten oder Freunde zu besuchen, meistens mit einem positiven Ergebnis für beide Seiten natürlich. Man fragt einander wie es einem geht, man versucht notfalls einander zu motivieren, aufzumuntern. Manchmal erfährt man auch etwas Neues, Positives oder Negatives, je nach dem für wen und aus welcher Sicht.

Dieses mal war Jake Peters an der Reihe in seinem At Home Realty Maklerbüro in Winkler, Manitoba. Wir sprachen über verschiedene Dinge, als Jake mich fragte, ob ich etwas über die Unterschiede zwischen der deutschen und der kanadischen Bauweise aus meiner Erfahrung berichten könnte.

Da ich langjährige Erfahrung mit dem deutschen Bausystem hatte und nun schon seit zwei Jahren mich mit dem kanadischen Bausystem beschäftige als selbstständiger Bauunternehmer für privaten Hausbau, möchte ich aus meinen Erfahrungen, die ich in beiden Ländern gesammelt habe, kurz berichten.

In Deutschland haben wir überwiegend mit verschiedenen Arten von Steinen, z.B. Gasbeton-, Kalksandstein usw., mit viel Sand und Zement oder anderen Klebstoffen, in dem privaten sowie kommerziellen Baubereich gearbeitet. Natürlich mit den entsprechenden Maschinen, Betonmischer, Maurerhammer, Kelle usw., was physisch gesehen oft sehr schwer war. In dem kommerziellen und öffentlichen Bereich jedoch wurde auch nicht wenig mit dem Leichtbauwandprinzip gearbeitet. Das heißt, die Innenwände wurden überwiegend aus U-und C- Metallprofilen gefertigt, anschließend mit Gipsplatten verkleidet, verspachtelt, mit Raufasertapete beklebt und nach Geschmack übergestrichen.


Morden - von Oben

In Kanada dagegen wird meistens mit dem Leichtbauwandprinzip im privaten sowie im kommerziellen Bereich gearbeitet. Jedoch nicht mit Metall U-und C- Profilen, sondern mit Holzbohlen und Holzlatten im Innen- und Außenwandbereich und dem vorgeschriebenen Isolierungsmaterial natürlich.

Dieses Prinzip ist ein altbewährtes Prinzip, das seit vielen Jahren existiert und an die kanadischen Wetterbedingungen angepasst ist, denn die Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter, speziell hier in Manitoba, sind extrem groß. Im Sommer ist es ca. um die 30° im plus und im Winter sinkt die Temperatur bis ca. minus 30°, jedoch nicht den ganzen Winter.

Die erste Hürde war die Umstellung vom metrischen Messverfahren auf Zoll. Das Zoll- verfahren hatten wir in Deutschland auch, aber sehr begrenzt, überwiegend im sanitären und industriellen Bereich beim Rohr und Rohrgewinde. Wie dem auch sei, mit „zwei drei-viertel und ein bisschen“, haben wir angefangen und mit „zwei sieben-achtel“ aufgehört. Also, nur Mut, die Hürde ist zu schaffen. Das Gute an diesem Zollsystem ist, dass die Baustoffe, wie z.B. OBS- Platten, Gipsplatten usw. immer auf ein bestimmtes Maß abgestimmt sind. Beim Einhalten drei verschiedener Enteilungen, Zwölfer-, Sechzehner-, oder Vierundzwanzigerteilung in Inch kommt man immer auf achtundvierzig Inch , das sind exakte vier Fuß, und gerade das erleichtert und beschleunigt das Fertigungsverfahren um einiges.

Die herkömmliche Dachstuhlfertigung mit dem Abbundverfahren, die wir aus Deutschland kennen, wird in Kanada kaum angewendet. Das Sparrengebinde wird vom Baumarkt bestellt und nach ca. 3 bis 6 Wochen als fertige Elemente auf der Baustelle angeliefert. Die nummerierten Sparren werden mit dem Kran oder von Hand einzeln auf die fertig gestellten Wände gestellt, befestigt, miteinander verbunden und mit OSB- Platten verkleidet.

Zu vergleichende Baustoffe europäischen Standards sind auch in Kanada vorzufinden, die Unterschiede zwischen dem europäischen und amerikanischen Verfahren sind im allgemeinen die Mengen, die man überwiegend auf dem Bau verarbeitet. Hier mehr Holz, da mehr Stein. Das Material, ob Holz oder Stein ist meiner Ansicht nach beides als gut bis sehr gut zu bewerten. Das Entscheidende bei diesen beiden Verfahren ist die Verarbeitung dieser Baustoffe, denn gerade die Verarbeitung oder die Qualität der geleisteten Arbeit macht die optische Ansicht und die Wirtschaftlichkeit des fertig gestellten Produktes langfristig aus. Deshalb ist die Erfahrung des Handwerkers und das verantwortungsbewusste Arbeiten der wichtigste Faktor in der Baubranche, ob in Deutschland oder in Kanada, denn nur die fachgerechte Verarbeitung der Baustoffe garantiert dem Eigenheimbesitzer die langfristige Wirtschaftlichkeit des neuen Objekts und somit die volle Zufriedenheit über die gelungene Investition.

Wir beraten Sie gerne über Ihr neues Eigenheim in Kanada.